Das Konzept, das 2019 entstand, können Sie hier nachlesen.

Gesicht zeigen gegen Antisemitismus!
Show your face against anti-semitism!
Made by Sabrina Müller
Auswahl Portraitfotos mit Statements
Die grauen Tafeln, auf denen keine Portraits zu sehen sind, stehen für jüdische Menschen, die ihre jüdische Herkunft aus Sorge vor möglichen Anfeindungen im Internet „im Unsichtbaren“ halten wollen.
- Für mich ist es unerträglich, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland aus Sorge vor verbalen oder physischen Übergriffen wieder anfangen, ihre Identität zu verbergen. Lissi Maier-Rapaport
- Kunstprojekte können Antisemitismus nicht verhindern, aber sie können ihre Teil dazu beitragen, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem Antisemitismus und rassistisch motivierte Ausgrenzung auf keinen fruchtbaren Boden fallen. Peter Krullis
- Sie schränkt meine persönliche und kulturelle Freiheit ein und zwingt mich, meine Identität in Bezug auf Nationalität und Religion neu zu definieren, obwohl ich es vorziehen würde, mich einfach als Mensch von Welt zu definieren. (Original: It limits my personal and cultural freedom and forces me to redefine my identity in terms of nationality and religion although I would prefer to define myself as simply a person of the world.)
- Ich wünsche mir für alle Menschen aus allen Religionen, dass sie mehr für ihr Mensch-sein und weniger für ihre Religion wahrgenommen werden. In jeder Religion, in jedem Land und jeder Gruppierung wird es immer Menschen geben, die wir nicht mögen, wenn wir uns mit ihnen auseinandersetzen. Die Gründe für diese Abneigung haben jedoch weniger mit der Religion der Person zu tun als mit der Persönlichkeit des Gegenübers selbst. Je weniger man von der Welt gesehen hat, und je weniger Menschen man begegnet, desto stärker werden Vorurteile und Angst vor dem Fremden. Menschen müssen sich begegnen, kennenlernen und anfangen das „Anders sein“ als interessant- und nicht als angsteinflößend und besorgniserregend wahrzunehmen.
- Antisemitismus ist noch immer Teil unserer Gesellschaft! Warum? Wann lernen Menschen dazu?
- Als Angehöriger der jüdischen Minderheit in unserem Heimatland sehe ich in der Fremdenfeindlichkeit und im Antisemitismus ein untrügliches Barometer, welches mir anzeigt, wie weit Menschen Ihre moralische Verpflichtung abhanden gekommen ist !
- Jüdische Menschen sind selbstverständlich Teil der deutschen Gesellschaft. Sie haben Deutschland nach der Schoah eine neue Chance gegeben. Umso beschämender sind antisemitische Strömungen und Übergriffe. Dagegen möchte ich entschieden Stellung beziehen. Jüdisches Leben muss und wird in Deutschland eine Heimat haben.
- Antisemitismus sollte immer thematisiert werden, wo er auffällt und die Notwendigkeit, ihn zu bekämpfen, sich aufdrängt. Doch Nachrichten und Kommentare reichen nicht. Man muss dringend versuchen, das Bild von Juden und Jüdinnen zu verändern, so wie ich es in meinem Buch „Eine Stunde ein Jude“ versucht habe.
- Antisemiten rufen in mir Hass und Aggressivität hervor. Aber ich mag es nicht, Menschen zu hassen und denen Schlimmes zu wünschen. Ich werde durch diesen Hass selbst zu einem schlechteren Menschen, als ich hätte sein können. Und das ist nicht zu ändern… So beeinflussen sie mein Leben
- Auch, wenn der Antisemitismus schier unausrottbar scheint, müssen wir dauerhaft die Kraft haben ihm zu widerstehen. Das wünsche ich uns allen in der Zukunft. Aber ich wünsche uns auch, dass wir uns auf jüdisches Leben und auf jüdische Kultur einlassen. Nur was man kennt, schätzt man!
- Ich wünsche dir Selbstliebe. So viel davon, dass du keinen Unterschied mehr machst im Menschsein.
- Ich zeige kein Gesicht, dass du mir nicht ins Gesicht spucken kannst.
- In Lak’ech Ala K’in – Du bist ich und Ich bin Du: Respektiere und liebe andere wie dich selbst!
- Ich wünsche mir eine inklusive Gesellschaft, in der Glaube, Herkunft oder auch sexuelle Orientierung insofern keine Rolle spielen, als man allen Menschen gleichermaßen wertschätzend begegnet, sie respektiert und anerkennt.
- Antisemitismus in Deutschland beeinflusst die Wahl meines Wohnortes und meinen Gebrauch der hebräischen Sprache im öffentlichen Raum.
Ich dachte nicht, dass ich mir überhaupt Gedanken über Antisemitismus machen muss. Leider ist es wieder nötig geworden und gerade in Deutschland finde ich das unfassbar.
Wir haben eine besondere Verantwortung aufgrund unserer Geschichte und diese Diskrimierung oder dieser Hass darf nie wieder Jüdinnen und Juden entgegengebracht werden. Die Welt wäre um so vieles besser, wenn Menschen sich einfach akzeptieren würden, wie sie sind. Egal welcher Religion, welcher Herkunft oder welcher Orientierung sie angehören.Mein Leitbild ist ein Satz von Margot Friedländer:
„Es gibt kein christliches Blut, kein jüdisches Blut, kein muslimisches Blut – es gibt nur menschliches Blut, und wir müssen die Menschen respektieren.“
Ich bin nicht nur entsetzt über den systemischen und nun explodierenden Antisemitismus von Rechtsradikalen und Islamist*innen, sondern auch über den nach dem Massaker vom 7. Oktober offensichtlich gewordenen, teilweise in Gewalt mündenden Antisemitismus eines großen Teils der internationalen Linken. Wir dürfen nicht aufhören zu widersprechen, wenn Teile unserer Gesellschaft diskriminiert und bedroht werden, wenn versucht wird, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben.
- Ich fühle mich verunsichert – und wütend!
Als Kulturschaffende empfinde ich es als meine Bürgerpflicht, die kulturelle Leerstelle sichtbar zu machen, die seit dem Holocaust besteht. Meine Integrität als Deutsche ist für mich erst möglich, wenn jüdische Menschen wieder den rechtmäßigen Platz in Gesellschaft und Kultur, Kunst und Wissenschaft einnehmen, der ihnen gewaltsam weggenommen wurde. Wir können diesen Platz nur gemeinsam schaffen und beschützen. Hier und jetzt erst recht!
- AntisemitismusDie Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema muss im öffentlichen Bewusstsein bleiben!
- Ich habe keine Angst vor direkten Angriffen. Vielmehr frage ich mich manchmal, ob sich unterschiedliche Personen mir gegenüber anders verhalten würden, wüssten sie von meiner Herkunft, und auch was und wie wohl ihre Haltung diesbezüglich ist.
- Es ist an der Zeit, mehr gemeinsame, schöne Erinnerungen zu schaffen!
- Kein Rassismus Kein Nationalismus Kein Antisemitismus - Keine Diskussion
- Antisemitismus beeinflusst mein Leben in Deutschland insofern, dass ich mich nach der Frage danach wo ich herkomme, jedes Mal innerlich auf eine Diskussion vorbereiten muss.
- Menschen hassen oder verachten, weil sie Juden sind - etwas was mir total fremd und unverständlich ist! Das Judentum an sich zu hassen ist für mich reine Sündenbockmentalität und genauso unverständlich und nicht hinnehmbar. Dass solche Statements heute überhaupt noch abgegeben werden müssen, dass es nicht einfach selbstverständlich ist, ist schlimm!
- Niemand darf wegen seines Glaubens und / oder seiner Staatsangehörigkeit verachtet, verfolgt oder ermordet werden.
- Für mich als Israeli ist das jüdische Leben und die jüdische Gemeinschaft nicht sehr wichtig. Ich stehe in meiner Denkweise jedem Israeli näher, auch wenn er Moslem oder Christ ist, als einem Juden, der kein Israeli ist. Ich habe noch nie eine antisemitische Bemerkung gehört, aber das könnte daran liegen, dass ich in Köln lebe, einer sehr offenen Stadt, und daran, dass ich nicht sehr jüdisch oder ausländisch aussehe. (Original: For me, as an Israeli, Jewish life and community is not very important. I am closer in my way of thinking to any Israeli, even if that Israeli is muslim or christian than to a Jew that is not Israeli. I have never heard any anti-semitic comment, but this could be the result of that I live in Cologne which is a very open city and the fact that I do not look very Jewish or foreigner.)
- Humanismus gegen Rassismus!
We already have enough problems so we shouldn’t spend time and energy on hating others identity. Why not focus on ourselves, friends and family instead.
- Es macht mich traurig.
- Für ein Miteinander ohne Ausgrenzung
- Es geht nicht um unsere "Befindlichkeiten". Es geht um die Zukunft unserer Kinder!
- Als ich vor ein paar Jahren auf Kuba war, konnte ich ohne Kontrolle in eine unbewachte Synagoge hineingehen. Ich wünsche mir, dass dies auch eines Tages wieder in Deutschland möglich sein wird
Ich setze mich in Deutschland ein für die freiheitliche liberale Gesellschaft und bin gegen Fremdenhass, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie.
Ich setze auf den deutschen Rechtsstaat und die Bürgerrechte.- Ich denke regelmäßig über das Thema nach und versuche mir bewußt zu machen, wo es mein Leben berührt. (Original: I think about the subject regularly and try to be aware where it touches my life.)
- Der Staat Deutschland und wir als Deutsche tragen in besonderem Maße die historische Verantwortung, Gesicht zu zeigen gegen Antisemitismus. Diese Verantwortung muss immer wieder für die „Nachgeborenen“ neu definiert werden. So wie im Grundgesetz angesprochen sollte sie heute auch für alle Verfolgten gelten, die bei uns Schutz suchen.
- Ich habe das Gefühl, dass meine Abstammung immer einen besonderen Stellenwert hat. Es ist fast unmöglich in der Menge abzutauchen, es gibt immer (teilweise ungefragte) Meinungen zu dieser Thematik und diese führen zu interessanten Gesprächen oder eben langwierigen Diskussionen. Man steht direkt als Vertreter des gesamten Landes Israel oder der Religion dar und muss Rede und Antwort stehen.
Mit den österreichischen Briefbomben- und Rohrbombenattentaten von 1993 bis 1996 hat Franz Fuchs bis über seine Verurteilung hinaus zu einer Radikalisierung auch in der österreichischen Bevölkerung beigetragen.
So erlebte ich, dass Personen in diesen Jahren sagten: ‚Es sollten Österreicher mit slawischen Namen zurückgeschickt werden.‘
Die Eltern meiner Urgroßeltern waren aus dem ehemaligen Böhmen, damals Teil der österreichischen Monarchie, in die Region gekommen, in der ich aufwuchs. Mein Familienname war tschechisch, sowie der Name vieler Österreicher*innen, den Ursprung in der k&k Monarchie hat.
Ein seltsames Gefühl, wenn Personen mit denen man täglich zu tun hat, in ernsthaften Diskussionen solche Sprüchen von sich geben, und man feststellt, dass das Gesagte einen selbst mit einschließt.Der Gedanke in einer Welt ohne Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit zu leben ist mir ein Gräuel. Die Vergangenheit darf sich nicht wiederholen, niemals mehr!
Für die Menschen - gegen das Schweigen.
- Stolzer Jude sein, offensiv, aber nicht blauäugig!
Ich glaube, uns ist selten bewusst, wie tief die jüdischen Wurzeln unserer heutigen Kultur gehen. Das beginnt wortwörtlich schon "bei Adam und Eva“...
Ohne Judentum würden wir auch Weihnachten, die Geburt von Jesus nicht kennen oder feiern.
Und das geht ja noch weiter. Um ein paar Beispiele zu nennen: Es gäbe keine Singer-Nähmaschinen, Levis Jeans, Filzstifte, google, ebay, facebook, Aspirin ...und keinen Asterix!
NEIN zu Antisemitismus und Rassismus !
JA zu Respekt, Wertschätzung und Anerkennung !
In der Präsenzausstellung werden über 80 Fotoportraits (Frontal- Back- und Halfbackportraits) Fotomontagen, die Zusammenfassung der Fragebögen sowie Statements der Porträtierten zu sehen sein.
Wir sind auf der Suche nach weiteren Ausstellungsmöglichkeiten.
In Zusammenarbeit mit Peter Krullis








































Das Projekt wurde unterstützt und ermöglicht durch:
Kunststipendium Baden-Württemberg des
MINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND KUNST
Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung der Landesregierung Baden-Württemberg
Landkreis Tübingen
Katholische Fakultät des Theologicums der Universität Tübingen
Elie-Wiesel Ba-Wü Stiftung