MEMORIA

Lissi Maier-Rapaport und Peter Krullis
Heres – Der Verlust der Menschlichkeit

(Projektbeschreibung hier)


Werk 1 – Gemeinschaftsarbeit
»Wir waren …« (Erinnerung ein Gesicht geben)
Umsetzung und Ausarbeitung: Lissi Maier-Rapaport und Peter Krullis
Idee und Konzeption: Peter Krullis
19 Stoffbanner – Portraits auf je 410 x 40 cm (2019)


Werk 2 – Gemeinschaftsarbeit
»Der Weg – Elend und Vernichtung« · Videomontage (Präsentation in Holzkasten) (2019)
Zugfahrt, -geräusche, Namen ermordeter Juden
Umsetzung und Ausarbeitung: Lissi Maier-Rapaport und Peter Krullis
Idee und Konzeption: Peter Krullis
Technische Umsetzung: Sabrina Müller


Werk 3 – Lissi Maier-Rapaport
»Abgründe« · Triptychon
Smalten, Glas, Marmor, Draht, Flexkleber auf Wediplatten · 3 Tafeln jeweils 120x 60 cm (2019)

Abgrund
Wege der Tübinger Juden in 3 Teilen, stellvertretend für Millionen

1 – Symbolisch für Leben und Hoffnung stehen die grünen Lebenswege, die immer brüchiger werden und total aus den Fugen geraten. Anfänglich noch durch Schikanen und Einschränkungen, wird mit dem Rassengesetz 1935 ein Bruch zwischen der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung manifestiert. Die Verfolgung durch die NS fordert erste Opfer.

2 – Die schwarzen Flammen gipfeln in der „Reichskristallnacht“, der Reichspogromnacht  am 9. November 1939.
Überall herrscht Zerstörung,  das Leben der Juden ist nur noch ein Scherbenhaufen. Sie verschleppt und in die KZs hinter Stacheldraht gebracht. Der Abgrund, der menschliche Abgrund, öffnet sich und die menschenverachtende Tötungsmaschinerie verschluckt ihre Millionen Opfer.

3 – Nach dem Krieg herrscht eine endlose und kalte Leere, alles jüdische Leben  wurde ausgelöscht. Nur Vereinzelte überleben das Grauen und kamen für kurze Zeit zurück in Städte und Dörfer, die einmal ihr Zuhause gewesen sind. In Tübingen waren es zwei jüdische Bürger.


Werk 4 – Lissi Maier-Rapaport
»Verbindung« · Gedenksteine
Wandobjektgruppe aus 22 Teilen · Gesamtgröße  150 x 200 cm (2019)
Steine aus der israelischen Wüste Negev, Marmor, Flexkleber auf EPS

Verbindung
22 Stelen für die 22 Tübinger Juden, die ermordet wurden und niemals eine würdige Ruhestätte bekommen haben. Sie wurden erschossen, in Massengräbern verscharrt, vergast und verbrannt.
Auf den Stelen befinden sich Gedenksteine. Es ist ein jüdischer Brauch, beim Besuch eines Grabes Steine darauf zu legen. Diese Steine sind aus der Israelischen Wüste Negev, wodurch eine Verbindung zu den Wurzeln erstellt wird und zu dem Ort, in dem Juden heute leben dürfen.


Werk 5 – Lissi Maier-Rapaport
»Diskutieren, lachen, feiern – LEBEN!« · Impressionen aus Tel Aviv und Jerusalem
Farbfotografien

Diskutieren, lachen, feiern – Leben!
Die Fotografien, die in Tel Aviv und Jerusalem entstanden sind, zeigen, dass die Nazis es nicht geschafft haben, die Juden zu vernichten. In Israel haben sie eine Heimstatt gefunden, wo diskutiert, gelacht, gefeiert wird. Und wo heute auch Nachfahren von Tübinger Juden leben, die dort ein Zuhause gefunden haben.


Werk 6 – Peter Krullis
»Der Bruch – 9. November 1938«
Acryllack, Gessopaste auf Holz (OSB) · 2 Tafeln, jeweils 200 x 61 cm (2019)


Werk 7 – Peter Krullis
»Wo warst du, Adam?«
Mixed Media: Acryllack, Fotos, Spiegelscherben, Schnur auf Holz (OSB) · 120 x 120 cm (2019)


Heres – Der Verlust der Menschlichkeit / Heres – The loss of humanity
Film von Sabrina Müller


Interview zur Ausstellung MEMORIA mit der Wüsten Welle (Radio in Tübingen) hier


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